Panama

Panama – Informationen

Panama ist der Startpunkt oder das Ziel einer Reise über Land durch Zentralamerika. Das kleine Land, welches bis heute enorme Summen durch seinen berühmten Kanal verdient, kann seinen Besuchern einiges bieten. Vom modernen Zentrum der Hauptstadt, in welchem sich ein Wolkenkratzer neben dem anderen gen Himmel ragt, bis zum naturbelassenen Hochland, in welchem eine Fülle an Flora und Fauna lebt, können Besucher von Panama eine unvergessliche Zeit verbringen. Aus allen Teilen Zentralamerikas und dem Rest der Welt strömen Reisende regelmäßig nach Panama. Hier finden Sie Einkaufsparadiese auf westlichem Standard, mit Designboutiques und Restaurants, die kulinarische Highlights aus der Region und dem Rest der Welt bieten. Panama ist jedoch als Tourismusziel etwas weniger bekannt, wodurch Besucher hier noch auf kaum berührte Landschaften treffen und natürlich herzliche Bewohner kennen lernen können, die ein großes Interesse am Kontakt mit Besuchern aus weit entfernten Ländern hegen. Natürlich gibt es auch zahlreiche Wassersportmöglichkeiten in diesem sonnenverwöhnten Teil der Welt. Ob Segelfreude, Taucher oder Schwimmer – hier kommen alle auf ihre Kosten.

Geschichte

Urgeschichte

Schon etwa 10.000 vor Christus lebten die ersten Menschen in dem Teil der, der heute als Panama bekannt ist. Zahlreiche Funde konnten geborgen und analysiert werden, wodurch sich Rückschlüsse über ihre Lebensweise ziehen ließen. Aufgrund der Funde von Pfeilspitzen und anderen Utensilien weiß man heutzutage nähere über das Jagdverhalten der Stämme dieser Zeit. Zudem wurden Gegenstände gefunden, die belegen, dass sie bereits in der Lage waren, mit Ton umzugehen und Nutzgegenstände zu töpfern. Viele Fragen über die Entwicklung der Menschen an diesem Fleck der Erde vor der Ankunft von Kolumbus sind noch offen, allerdings zeigen weiß man, dass sich bedeutende Ansiedlungen entwickelten, wie die Funde der Conte-Ausgrabungsstätte belegen, zu denen auch Werke polychromer Töpferei gehören.

Frühkolonialzeit

Zu den Stämmen, welche vor der Ankunft der Europäer im heutigen Panama lebten, zählen die Chibcha und die Chocoa, deren Größte Gruppe die Cueva darstellten. Sie wurden von den Europäern zu Arbeitern und Sklaven gemacht, ermordet und ausgerottet. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war ihre Kultur quasi verschwunden.
Im Zuge der Reisen von Christopher Kolumbus gab es auch einen Vorstoß auf das heutige Panama. Bereits im Jahr 1501 gingen Männer auf die Reise, um die Küstenlinie Panamas zu kartographieren. Ihr Anführer war der Sevillaner Rodrigo de Bastidas, welcher Kolumbus auf dessen zweiten Reise begleitete und mit seinen Gefolgsleuten von der Atlantikküste des heutigen Kolumbien in Richtung Panama aufbrach. Als erster Europäer beanspruchte der dieses Gebiet. Kolumbus selbst erkundete das Gebiet später selbst und nahm dabei auch den westlichen Teil des Landes näher unter die Lupe. Auf seiner Fahrt entdeckte er Portobelo, eine natürlich Bucht, welche gegen Ende des 15. Jahrhunderts ein bedeutsamer Hafen der spanischen Armada werden sollte.
Im Jahre 1513 entdeckte Vasco Núñez de Balboa als erster Europäer den Ozean jenseits der zentralamerikanischen Landzunge. Er nannte ihn zunächst Südsee, bevor er später aufgrund seiner gefühlten mächtigen Ruhe den Namen Pazifik bekam.
Im Jahre 1519 wurde Panama-Stadt gegründet und bald zum Bischofssitz erhoben. Die Stadt wurde ein wichtiger Umschlagplatz auf der Route zwischen Südamerika und Europa.

Neuschottland

Während im 17. Jahrhundert nicht nur die Spanier von ihren Kolonien in der neuen Welt profitierten, sondern auch die Engländer, bildete sich ein Interesse der benachbarten Schotten heran, ebenfalls einen größeren Nutzen aus dem Handel in Übersee zu ziehen. William Paterson, ein einflussreicher Schotte, gründete die Company of Scotland und plante den Teil Panamas zu kolonialisieren. Nachdem genügend Schiffe, Ausrüstungsgegenstände und Männer bereitstanden, brach die Expedition mit über 1000 Menschen auf und erreichte am 2. November 1698 die Küste von Darién, um New Caledonia zu gründen (Neuschottland). Es wurde der Stützpunkt Fort St. Andrews gegründet und es wurden Felder angelegt. Das Projekt scheiterte jedoch aufgrund der klimatischen Verhältnisse, der von Moskitos übertragenen Krankheiten und der Hilfeverweigerung englischer Kolonien. Im Juli 1699 wurde das Projekt abgebrochen. Nur wenige Überlebende schafften den Weg zurück nach Schottland.

Bedeutungsverlust

Die Bedeutung von Panama für den internationalen Handel nahm bis Mitte des 18. Jahrhunderts kontinuierlich ab. Die meisten Händler segelten lieber um Südamerika, als den beschwerlichen und risikoreichen Landweg durch Panama auf sich zu nehmen. Hier lauerten Piraten und Wegelagerer, meist niederländischer, englischer und afrikanischer Herkunft.

Unabhängigkeitsbestrebungen und Großkolumbien

Den Unabhängigkeitsbestrebungen der neuen Welt schloss sich auch Panama an. Das erklärte sich am 28.11.1821 für unabhängig und vereinigte sich mit Venezuela, Kolumbien und Ecuador zu Großkolumbien. Im Jahre 1830 trennte sich es sich wieder, um nach einigen Putschaktivitäten in der Region Teil der neuen Republik Neugranada zu werden, welche sich über das Gebiet des ehemaligen Großkolumbien erstreckte. 1831 entstanden Venezuela und Ecuador als eigenständige Staaten und auch Panama erklärte seine Unabhängigkeit. Die kommenden Jahre waren jedoch von Instabilität geprägt. Es gab Religionskonflikte, Bürgerkriege und schnelle Abfolge von Führern und Herrschern. 1840 bekam Panama den Namen „Estado Libre del Istmo“ (Freier Staat des Isthmus), ein Status, der in etwa ein Jahr Bestand hatte, bevor Panama wieder Teil Kolumbiens wurde. Es kam zu einer Phase relativer Stabilität.

Der Bau des Panama-Kanals

Als ein besonderes Prestigeprojekt entstand im Jahr 1855 die erste kontinentsübergreifende Bahnlinie der neuen Welt, von Panama-Stadt nach Colón. Die Existenz dieser erfolgreich funktionierenden Bahnlinie sorgte dafür, dass Überlegungen zum Bau eines Kanals in Panama Auftrieb bekamen. Von 1880 bis 1889 arbeitete die französische Compagnie Universelle du Canal Interocéanique am Bau eines Kanals. Sie wurde geleitet von Ferdinand de Lesseps, welcher bereits den Sueskanal errichten ließ. Es traten jedoch enorme gesundheitliche Probleme auf, insbesondere Gelbfieber- und Malariaepidemien. Zudem war oftmals zu weich für das geplante Vorgehen und es musste umdisponiert werden. Letztendlich scheiterte das Projekt und stürzte einflussreiche französische Personen in den Ruin. Die USA entschieden sich im Jahr 1902 das Projekt wieder aufzunehmen. Im Zuge dessen beanspruchten sie das Gebiet Panamas und forderten die Übergabe von Kolumbien. Nachdem sich Kolumbien weigerte, sein Land herauszugeben, rückten die Amerikaner mit dem Kriegsschiff USS Nashville aus, besetzten das Land, töteten den lokalen Kommandeur und riefen Panama als eigenständigen Staat aus. Sie installierten eine lokale Regierung und erstellten den Hay-Bunau-Varilla-Vertrag, in welchem sie sich die Hoheitsrechte über den Panama-Kanal sicherten. Ab 1904 wurde der Kanal weitergebaut und letztendlich im Jahr 1914 fertiggestellt.

Ende des 20. Jahrhunderts

Am 21. Dezember 1921 wurde die Unabhängigkeit Panamas formal anerkannt. Das Land war seit seiner Gründung formal eine Demokratie. Es wurde jedoch von einer wohlhabenden dünnen Oberschicht regiert, die USA-freundlich agierte. Die Bevölkerung fühlte sich unterdrückt und in den 1950er Jahren begannen stärker organisierte Versuche des Militärs, gegen die Herrschaft der Führungsriege vorzugehen. Im Jahre 1968 wurde der Präsident Dr. Arnulfo Arias Madrid nach wenigen Tagen im Amt von der Nationalgarde abgesetzt und eine Militärjunta die Macht in Panama. Jene wurde von Omar Torrijos geführt, welcher brutal und korrupt herrschte, allerdings Reformen umsetzte, die auf breite Zustimmung in der zuvor unterdrückten Bevölkerung fanden. Die Junta wurde 1972 wieder aufgelöst und es wurde Demetrios Lakas zum Präsidenten des Landes gewählt, während Omar Torrijos weiterhin Teil der Regierung blieb. Panama beanspruchte den Panama-Kanal bei den Vereinten Nationen für sich, allerdings wurde das Ersuchen durch ein Veto der USA abgelehnt. Omar Torrijos kam bei einem Flugzeugattentat am 1. August 1981 ums Leben. Experten zufolge handelte es sich um einen Mordanschlag durch den amerikanischen Geheimdienst. Im Jahre 1977 wurde vereinbart, dass der Kanal 1999 an Panama übergeben werden sollte. Den USA wurde dauerhaft das Recht zu einer militärischen Intervention zugesichert. Das Verhältnis zwischen Panama und den USA verschlechterte sich infolgedessen zunehmend. Von 1983 bis 1989 war Manuel Noriega Machthaber in Panama. Er wurde zunächst von den USA unterstützt, ab 1987 jedoch nicht mehr. 1988 wurde er in den USA wegen Drogenhandels und anderen kriminellen Machenschaften angeklagt. Ronald Reagan fror 1988 die amerikanischen Konten des Regimes von Panama ein und zahlte keine Gebühren mehr für die Nutzung des Panama-Kanals und sendete zusätzliche Truppen in das Land. Der neu gewählte Präsident George H. W. Bush erklärte, er wolle Noriega der Macht entheben.
Für Mai 1989 war eine Präsidentenwahl in Panama geplant, wobei Guillermo Endara (der Gegenkandidat Noriegas) mit mehr als 10 Millionen Dollar unterstützt wurde. Als sich abzeichnete, dass Endara gewinnen würde, brach das Militär die Wahl ab. Die Wahlen wurden annulliert und es kam zu gewalttätigen Unruhen auf den Straßen Panamas. Oppositionelle wurden brutal zusammengeschlagen. Die USA griffen mit tausenden Soldaten ein und erklärten Endara zum Wahlsieger. Es kam vereinzelt zu Feuergefechten zwischen amerikanischen und panamaischen Soldaten.
Unter Endara verbesserten sich staatliche Institutionen und demokratische Strukturen, die Kriminalitätsrate blieb jedoch äußert hoch. Endara verlor die Zustimmung des Volkes. 1994 wurde Ernesto Pérez Balladares zum Präsident von Panama gewählt. Unter seiner Führung gab es eine enge Zusammenarbeit mit den USA und kam es zu Wirtschaftsreformen. 1999 wurde die oppositionelle Kandidatin Mireya Moscoso Rodríguez Nachfolgerin Pérezes. Der Kanal und das Gebiet der letzten amerikanischen Militärbasen wurde am 31.12.1999, wie Jahrzehnte zuvor vereinbart, vollständig an die panamaische Autorität übergeben. Nach Abzug der Truppen verbesserte sich das Verhältnis zwischen den USA und Panama. Moscoso stärkte soziale Programme in Panama und versuchte durch Verzicht auf viele Steuern, internationale Investoren in das Land zu locken. Sie schuf strengere Geldwäsche-Gesetze und sorgte dafür, dass ihr Land von der „Schwarzen Liste “ der OECD verschwand.

21. Jahrhundert

Im Mai 2004 gewann der oppositionelle Kandidat Martin Torrijos die Wahl und wurde Präsident Panamas. Der Sohn des Generals, der 1968 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam, trat ein für mehr Arbeitsplätze, weniger Korruption und eine Erweiterung des Panama-Kanals.
Im Jahr 2009 gab es wieder einen neuen Präsidenten: Ricardo Martinelli, Besitzer der größten Supermarktkette des Landes. Unter seiner Führung wurden Jobs in Projekten zur Stärkung der Infrastruktur geschaffen und der Ausbau des Kanals begann. Es kam zu einem ökonomischen Aufschwung und einem Bau-Boom.
Martinellis Vizepräsident, Juan Carlos Varela, wurde im Jahre 2014 selbst Präsident. Er distanzierte sich zum Ende der Amtszeit seines Vorgängers von diesem, führte allerdings dessen Mitte-rechts gerichtete Regierungstradition fort. Er versprach fließend Wasser auch in ländlichen Gebieten des Landes einzuführen, konnte dies jedoch bisher nicht umsetzen. Panama bleibt eines der am stärksten entwickelten und wohlhabensten Länder Lateinamerikas, allerdings behalten auch die enormen Klassenunterschiede weiterhin Bestand.